Besondere Lösungen für Parker C3 und Parker-Legacy-Geräte


Der Austausch von Steuerungen und Antrieben mit einer neuen Generation ist in der Regel mit einigem Aufwand verbunden. Eine generelle Lösung von der Stange gibt es meist nicht. Wir haben aber bereits einige Anwendungen realisiert. Im Folgenden werden einige Realisierungen umrissen, vielleicht finden Sie ja was Ähnliches in Ihrer Firma. Notwendige Werkzeuge Mitschnittwerkzeuge wie RS232-Splitter, RS485-Simulatoren oder Ethernet-Sniffer, selbstgeschriebene Test- und Aufzeichnungsprogramme sind vorhanden. Fehlende Werkzeuge in Soft- und Hardware werden bei Bedarf ergänzt, um zu einer Lösung zu kommen.

Durch unsere vorherige Tätigkeit bei Parker Hannifin in Offenburg/Baden kennen wir folgende Antriebe gut:

  • Parker HAUSER (Comtac, Compax M/S und C3, auch PSD)
  • Parker Compumotor (6000er, 6k, Zeta)
  • Parker Digiplan (PDX, PDFX, BLX, BLHX)
Parker Compax-M/S xx00 oder xx60 /F3 (Profibus) durch Parker C3I20T30

Unter Einsatz einer Spezial-Firmware für die C3-BG IFM15 (Profibus) kann man die Compax-M/S-Funktionalität (bei P196=104) gut nachbilden, im IEC1131-3-Programm des C3T30 kann man eine begrenzte Anzahl von PKW-Antworten simulieren. Steuer- und Statuswort sind entsprechend nachzubilden. Bei der Spezial-Firmware für die IFM15 können auch die Vendor-Kennung 0xEE95 und die Kennungsbytes von Compax-M/S für C3-Antriebe genutzt werden, so dass auch keine Änderungen für die Profibus-Konfiguration notwendig sind (bei S7 also keine Änderungen mit dem Hardware-Konfigurator). Optionale Abwandlung: Ist eine Änderungen von Vendor-Kennung und Kennungsbytes zulässig, kann jede Einstellung von P196 (ohne FMS-Betrieb) abgedeckt werden.

Die Anwendung läuft bei einem Endkunden aus Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) mit mehr als 80 Servoachsen. Die Umrüstung wurde 2012 begonnen und erstreckte sich über einen Zeitraum von über 10 Jahren.

Für eine Verpackungsmachine des Herstellers Rotzinger AG wurden 5 Antriebe Compax 2500S/F3 auf Compax C3I20T30 umgerüstet. Notwendige Änderungen für das S7-Programm wurden bereit gestellt.

Die Anwendung läuft bei einem großen Pharma-Hersteller in Berlin.

Parker Compax-E/M/S xx00 oder xx60 /F1 oder RS232 durch Parker C3I11T30 bzw. C3I21T11 (CANopen)

Der Host kommuniziert direkt mit C3I11T30 über die RS232 (immer 115 kBaud) oder die RS485 (einstellbar bis 115 kBaud), da das C3-IEC1131-3-Programm keine Strings verarbeiten kann, muss die Host-Software ersatzweise auf C3-Objekte zugreifen. Sind mehrere Information in einem String enthalten (z.B. "SD yyy PA zzz"), sind mehrere C3-Objekte zu beschreiben. Datenformate und -inhalte von Compax-M/S-Parametern und -Statuswerten können in C3 nachgebildet werden.

Diese Retrofit-Lösung läuft bei einem Maschinenbauer mit Stammsitz in den USA.

Der Host kommuniziert über eine RS232/485 mit einer CC300-Gateway-SPS von INSEVIS, die alle Strings interpretiert (Kommandos) bzw. Stati ins Compax-E/M/S-Format wandelt. Der Austausch mit C3I21T11 erfolgt über CANopen. Ein weiterer indirekter Weg: Der Host kommuniziert über eine RS232/485 mit einer PowerPLmC von Parker, die alle Strings interpretiert (Kommandos) bzw. Stati ins Compax-E/M/S-Format wandelt. Der Austausch mit C3I21T11 erfolgt über CANopen.

Diese Anwendung wurde für einen Kunden in Baden-Würtemberg entwickelt.

Parker Compax-M/S xx70/F3 (Profibus) durch Parker C3I20T40

Bei einem Maschinenbauer wurde ein Ersatz für vorhandene Kurvenscheibenanwendungen mit Compax-M/S gesucht. Es wurde mit C3I20T40 eine generelle Lösung gesucht, die sich am Profibus gleich verhält wie die verwendeten Compax-M/S-Antriebe in den Ausführungen 0x00 (Standard) und 0x70 (CAM). Das Projekt wurde kurzfristig im Jahr 2017ff realisiert. Im Rahmen des Projektes sind zudem Werkzeuge entstanden, die sich für weitere Upgrades verwenden lassen.

Diese Retrofit-Lösung wurde für einen bekannten Montageautomatenhersteller aus der Westschweiz entworfen und ist mittlerweile vielfach im Einsatz.